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Analyse18. Juli 2026·Alexander Wolf

Der ITN über ein Tennisleben: Entwicklung nach Alter

Wann ist man im Tennis am besten? Wir haben die ITNs aller Spieler:innen im OÖTV nach Alter ausgewertet, vom Kindertennis bis zu den Senioren.

Der Querschnitt: Höhepunkt mit Ende 20

Der erste Blick gilt dem Durchschnitts-ITN pro Altersstufe. Zwischen 10 und 18 Jahren fällt der ITN am stärksten. Bei den Herren liegt der beste Schnitt mit rund 6,5 bei den 29-Jährigen, bei den Damen mit rund 8,4 bei den 24-Jährigen. Danach steigt der Durchschnitt langsam wieder an und pendelt sich bei den Älteren um 8,7 (Herren) bzw. 9,4 (Damen) ein.

Durchschnittlicher ITN pro Altersstufe, getrennt nach Herren und Damen.

Der Mittelwert verdeckt die Streuung

Wie weit die Spielstärken innerhalb eines Jahrgangs auseinanderliegen, verrät der Durchschnitt allerdings nicht. Das Quartilsband (25.–75. Perzentil) um den Median ist in jeder Altersstufe breit: Zwischen dem oberen und dem unteren Viertel liegen meistens mehrere ITN-Punkte.

Median-ITN pro Altersstufe mit Quartilsband (25.–75. Perzentil).

Wie schnell verbessert man sich wirklich?

Die Querschnittskurve vermischt die Entwicklung der Einzelnen mit der Frage, wer in jedem Alter überhaupt noch spielt. Deshalb haben wir für jede Person aus den gespielten Matches den ITN am Jahresende bestimmt und die Veränderung zwischen aufeinanderfolgenden Jahren dem jeweiligen Alter zugeordnet.

Mit 14 ist die Entwicklung am steilsten: Herren verbessern sich in diesem Alter im Schnitt um 0,35 ITN-Punkte pro Jahr, Damen um 0,23. Danach flacht die Kurve ab, bleibt aber lange negativ: Im Schnitt verbessert man sich bis etwa Mitte 40. Erst ab rund 50 beginnt der ITN zu steigen, und selbst dann nur langsam.

Durchschnittliche individuelle ITN-Veränderung pro Jahr, zugeordnet zum Alter.

Warum die Senioren besser dastehen, als sie sich verbessert haben

Summiert man diese individuellen Jahresveränderungen zu einer Längsschnittkurve auf und legt sie über den Querschnitt, klafft im Alter eine Lücke: Der Querschnitt fällt deutlich freundlicher aus als die tatsächliche individuelle Entwicklung. Der Grund ist Selektion: Wer im höheren Alter noch Meisterschaft spielt, gehört meist zu den Stärkeren seiner Generation. Die Schwächeren hören früher auf und verschwinden aus der Statistik.

Querschnitt (strichliert) im Vergleich zur aufsummierten individuellen Entwicklung (Längsschnitt), verankert bei Alter 30.

Fazit

Die schnellste Entwicklung passiert im Jugendalter, der Leistungshöhepunkt liegt zwischen Mitte 20 und Ende 20. Im Schnitt verbessert man sich aber bis weit in die 40er. Und die dennoch starken Senioren-ITNs sind ein Selektionseffekt: Übrig bleiben die Besseren.

Methodik

Grundlage sind alle über nuLiga erfassten Spieler:innen der OÖTV-Vereine. Für den Querschnitt wurde der aktuelle ITN pro Altersstufe gemittelt bzw. der Median mit Quartilsband gebildet. Für den Längsschnitt wurde aus den Match-Historien der ITN am jeweiligen Jahresende bestimmt und die Veränderung zwischen aufeinanderfolgenden Jahren dem Alter im jeweiligen Jahr zugeordnet; gezählt wurden nur Spieler:innen mit Matches in zwei aufeinanderfolgenden Jahren. Das erste Jahres-Delta einer Person kann noch Einstufungs-Konvergenz enthalten (neu eingestufte Spieler:innen bewegen sich schnell zu ihrer tatsächlichen Spielstärke). Die Längsschnittkurve ist bei Alter 30 am Querschnitt verankert.